Freitag, 23. Juni 2017
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EU-weite Datenbank für Sonnenschutz-Produkte

Dynamischer Sonnenschutz ist ein wichtiger Faktor in der Entwicklung energiesparender Bauweisen und Teil der EU-Richtlinie zur Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden (EPBD) sowie nationaler Bauvorschriften.

Peter Winters stellte in Brüssel das Projekt vor. (Quelle: ES-SO)

Für eine effiziente Implementierung und eine optimale Ausschöpfung der Vorteile von Schutzsystemen, ist der dauerhafte Zugang zu zuverlässigen und soliden Daten für Architekten und Planer bei der energetischen Planung und Leistungsberechnung wesentlich.

Korrekte Bestimmung und Anwendung

Zur Unterstützung dieses Bedarfs hat die ES-SO (der Europäische Dachverband für Sonnenschutz) die Einrichtung einer Datenbank für Europäische Solar- und Sonnenschutzproduktmerkmale (ES-SDA) angestoßen. Ihr Ziel besteht in der Bereitstellung einer Referenzliste unabhängig verifizierter und bestätigter Werkstoffe für Sonnenschutz, um eine korrekte Bestimmung und Anwendung in allen Gebäudetypen sicherzustellen.

Das ES-SDA Datenbank-Projekt wurde im Frühjahr 2016 von Peter Winters, dem Präsidenten der ES-SO, in Brüssel vorgestellt. 16 führende Hersteller aus der Sonnenschutz-Branche nahmen an dem offiziellen Start teil.

Labor prüft Werkstoffe vor Aufnahme

Um in die neue Datenbank aufgenommen zu werden, müssen Hersteller ihre Materialien und Werkstoffe gemäß der einschlägigen europäischen Normen in einem anerkannten Labor einem Testverfahren unterziehen lassen. Die Ergebnisse werden anschließend vor Freigabe von Fachleuten überprüft. Als Ergebnis ist es beispielsweise möglich, verschiedene Materialien oder Systeme bezüglich ihrer Spektraldaten miteinander zu vergleichen.

Der Prozess der Erhebung von Daten und ihrer Präsentation nimmt Bezug zu Verfahren in der Glas-Branche:
Nutzer können die Leistungseigenschaften der Systeme in Kombination mit Verglasungen fachgerecht beurteilen. Außerdem kann ein breites Spektrum von Ausgangsinformationen wie Wärmedämmung und Wärmeabgabe (Wärmedurchgangskoeffizient/ U-Werte, Gtot) sowie Lichtdurchlässigkeit (Tvis) ermittelt werden.

Zusätzliche Validierung von Händlerdaten

Die Datenbank ist einfach zu durchsuchen und wird in ganz Europa zugänglich sein. Als zukünftige Entwicklung wird eine Zusammenarbeit mit dem US-Team am Lawrence Berkeley Nationallabor angestrebt, das für den nordamerikanischen Raum an einem ähnlichen Projekt arbeitet.

Die Datenbank kann außerdem als Teil eines umfassenderen Prozesses der Validierung von Daten betrachtet werden, da eine Methode zur Verfügung gestellt wird, welche die Vorgaben der Hersteller in ihrer Richtigkeit bestätigt.

Dieser Ansatz folgt den Grundprinzipien des Europäischen Projekts für Qualitätssicherung für Gebäude "Für eine bessere Qualität und Konformität". Daher wurde die ES-SDA Datenbank auf der Konferenz für "Qualicheck" in Athen als Best-Practice Beispiel vorgestellt.


www.es-so.com

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