Sonntag, 16. Dezember 2018
RTS Magazin Logo

BVRS vor neuen Herausforderungen

Der langjährige Geschäftsführer Christoph Silber-Bonz verlässt zum 31. Dezember 2018 auf eigenen Wunsch den Bundesverband Rollladen und Sonnenschutz e. V. (BVRS).

/cache/images/bvrs_christoph-silber-bonz-2c4039cfdb0f25b07a95e491722044d2.
Christoph Silber-Bonz war zwölf Jahre lang als Hauptgeschäftsführer des Verbandes tätig. (Foto: © BVRS)

Auf der Haupttagung des BVRS in Magdeburg wurde die Änderung an der Führungsspitze des Verbandes bekannt gegeben. Sein Nachfolger wird Ingo Plück, der seit Mitte diesen Jahres bereits als stellvertretender Geschäftsführer fungiert.

Wir sprachen mit Christoph Silber-Bonz über seine Beweggründe sowie die Zukunft des Verbandes und ließen es uns nicht nehmen, gemeinsam auf seine langjährige Tätigkeit zurückzublicken.

RTS: Wie lange waren Sie als Geschäftsführer des Verbandes tätig und was ist Ihnen von Ihren Anfängen besonders genau im Gedächtnis geblieben?
Christoph Silber-Bonz: Angefangen habe ich im Januar 2007, somit werde ich letztlich ziemlich genau 12 Jahre für den BVRS tätig gewesen sein. Mein vertraglich vereinbarter Arbeitsbeginn war damals der 10. Januar. Dann wurde mir jedoch signalisiert, dass es dringend erforderlich sei, dass ich bereits am Vortag nach Stuttgart fahre, um dort am Neujahrsempfang der Landesmesse Stuttgart teilzunehmen. Am Folgetag, also meinem ersten "offiziellen" Arbeitstag, haben dann der damalige Präsident Wolfgang Cossmann und ich den damaligen württemberger Obermeister Manfred Lutz in seinem Betrieb in Urbach besucht. Bevor ich also überhaupt das erste Mal an meinem neuen Schreibtisch in Bonn gesessen habe, ist mir vor Augen geführt worden, dass zwei Dinge für meine künftige Tätigkeit von besonderer Bedeutung sind: Ein enges Verhältnis zur Stuttgarter Messegesellschaft als unser Partner bei der R+T und ein direkter, persönlicher Draht zu unseren Mitgliedern.

RTS: Wo sehen Sie Meilensteine in der Produktentwicklung?
Christoph Silber-Bonz: Insgesamt habe ich in meiner Amtszeit vier Ausgaben der R+T mitgemacht – 2009, 2012, 2015 und 2018. Insofern habe ich eine ganze Menge hochinteressante Innovationen gesehen, die mich stark beeindruckt haben. Eine herausragende Bedeutung kommt dabei sicherlich der Automatisierung, insbesondere der Integration unserer Branchenprodukte in die Gebäudeautomation zu. Es ist schon spannend zu sehen, was da heute alles möglich ist. An Produkten finde ich außerdem z. B. den Zip-Screen eine attraktive Innovation aus den letzten Jahren. Außerdem beeindruckt mich immer wieder das hohe Maß an Kreativität beim Design. Unsere Branchenprodukte sind nicht nur praktisch, sondern ganz einfach auch schön anzusehen und somit auch optisch eine echte Bereicherung für jede Fassade oder Terrasse.

RTS: Was schätzen Sie an der Branche besonders?
Christoph Silber-Bonz: Die R+S-Branche hat es sich insgesamt zur Aufgabe gemacht, den Menschen das Leben schöner, komfortabler und sichererer zu machen. Das ist schon mal eine Sache, die mir sehr gut gefällt. Und dann ist es einfach eine ausgesprochen sympathische Branche. Sie ist relativ überschaubar – man kennt sich, man schätzt sich. Das Verhältnis zwischen den unterschiedlichen Akteuren ist gut, oftmals sogar freundschaftlich. Das gilt für Unternehmen – etwa im Verhältnis zwischen Handwerk und Zulieferindustrie – ebenso wie für die hier tätigen Verbände und ganz besonders natürlich für die agierenden Personen. Hier habe ich viele interessante Kontakte geknüpft, von denen ich hoffe, dass die meisten davon auch nach meinem Ausscheiden erhalten bleiben.

RTS: Wie sehen Sie die Branche für die Zukunft aufgestellt?
Christoph Silber-Bonz: Oh, da bin ich ausgesprochen optimistisch. Die Branche ist modern, innovativ, kann auf die wichtigsten Bedürfnisse unserer Gesellschaft immer geeignete Antworten geben. Und für das Handwerk, für das wir ja in erster Linie stehen, gilt: Eine Nachfrage nach qualifizierten Fachbetrieben, die ihr Geschäft verstehen, hochwertige Produkte und verlässliche Dienstleistungen anbieten, wird es immer geben. Und wenn es uns tatsächlich gelingen sollte, dass das R+S-Handwerk zurückgeholt wird in die Anlage A der Handwerksordnung und damit in die Meisterpflicht, dann bin ich noch viel zuversichtlicher. Verhehlen möchte ich nicht, dass es auch Risiken und Herausforderungen gibt. Der drohende Fachkräftemangel steht da sicherlich ganz oben auf der Liste. Aber ich bin zuversichtlich, dass die Betriebe mit intensiver Unterstützung von Verband und Innungen auch dies erfolgreich meistern werden.

HandwerkRTS: Ingo Plück wird ab dem 1. Januar 2019 der Geschäftsführer des Verbandes sein. Wie ist es zu dieser Entscheidung gekommen?
Christoph Silber-Bonz: Ingo Plück ist bereits seit vielen Jahren für den BVRS tätig, kennt die Themen und Akteure ganz ausgezeichnet. Außerdem hat er sich einen hervorragenden Ruf in der Branche erworben. Da war es für das Präsidium und mich nur naheliegend, zunächst ihm meine Nachfolge anzubieten. Wir haben uns dann sehr gefreut, dass er nach kurzer Bedenkzeit auch angenommen hat.

RTS: Werden sich die Aufgabengebiete bzw. Schwerpunkte von Ingo Plück von Ihren differenzieren? Ihre Fachgebiete unterscheiden sich schließlich voneinander.
Christoph Silber-Bonz: Menschen sind immer unterschiedlich. Bei Ingo Plück und mir fängt das schon bei der Ausbildung an - er ist Jurist, ich bin ursprünglich Politologe. Da ist es ganz natürlich, dass jeder andere Schwerpunkte setzt, anders an so eine Aufgabe wie die hauptamtliche Führung eines Verbandes herangeht. Ich glaube schon, in denen letzten 12 Jahren den Verband in wichtigen Dingen vorangebracht zu haben. Ingo Plück wird vieles davon fortsetzen, sicherlich auch noch andere Themen aufgreifen, auf alle Fälle andere Schwerpunkte setzen. Und das ist auch gut so und wird dem Verband guttun. Frischer Wind kann nie schaden. Aber eines wird sich nicht ändern: Wichtigste Aufgabe des Hauptgeschäftsführers und seines Teams in der Geschäftsstelle ist es, das R+S-Handwerk sowie die Branche insgesamt voranzubringen, unsere Mitglieder mit Rat und Tat zu unterstützen, in Politik und Öffentlichkeit für uns und unsere Anliegen zu werben. Das habe ich so gesehen und das sieht Ingo Plück ganz genauso.

RTS: Wird die Stelle von Ingo Plück neu besetzt?
Christoph Silber-Bonz: Seine bisherigen Arbeitsgebiete Recht und Berufsbildung sind so wichtig für die Arbeit des BVRS, dass sie ganz unmöglich "mit der linken Hand" vom Hauptgeschäftsführer miterledigt werden können. Insofern brauchen wir selbstverständlich künftig wieder einen Justiziar, der die meisten der Aufgaben, die Ingo Plück bisher erledigt hat, übernimmt. Die Stellenausschreibung läuft, ich bin zuversichtlich, dass wir bald einen geeigneten neuen Stelleninhaber vorstellen können.

RTS: Verraten Sie uns, welchen neuen Herausforderungen Sie sich ab dem kommenden Jahr widmen werden?
Christoph Silber-Bonz: Sehr gerne doch. Bereits seit drei Jahren bin ich gemeinsam mit meiner Frau Pächter eines Hotels Garni in Troisdorf zwischen Köln und Bonn. Bisher kümmert sich meine Frau um das Tagesgeschäft, ich schaue als "mithelfender Familienangehöriger" manchmal am Wochenende vorbei. Mittlerweile läuft das Hotel so gut und macht so viel Freude, dass ich mich entschieden habe, dort ab kommendem Jahr hauptberuflich einzusteigen. Ich bin seit 20 Jahren für unterschiedliche Arbeitgeberverbände tätig und habe so immer wieder hautnah miterlebt, wie spannend und befriedigend es ist, ein eigenes Unternehmen zu führen. Insofern hat es mich gereizt, auch einmal selbst unternehmerisch tätig zu sein. Und diesen Traum erfülle ich mir nun künftig als Hotelier.

RTS: Lieber Herr Silber-Bonz, vielen Dank für das nette Gespräch! Wir danken Ihnen herzlich für die partnerschaftliche Zusammenarbeit der letzten 12 Jahre und wünschen Ihnen sowohl beruflich als auch privat alles erdenklich Gute!

www.rs-fachverband.de

Leserkommentare

nach oben