Montag, 20. November 2017
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Professor Ulrich Sieberath wird 60

Frei nach seinem Lebensmotto: "Stillstand ist Rückschritt" feiert "Fensterprofessor" Ulrich Sieberath noch immer voller Schwung und neuer Ideen für die Fensterbranche seinen 60. Geburtstag.

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"Fensterprofessor“ Prof. Ulrich Sieberath feiert 2017 seinen 60. Geburtstag. (Foto: © ift Rosenheim)

Nach einer Schreinerlehre in Essen und dem Studium der Holztechnik in Rosenheim führte ihn sein Wissendurst 1982 in das Institut für Fenstertechnik. Seit nunmehr 35 Jahren prägt er als international anerkannter Fensterfachmann das ift Rosenheim und hat mit seinem Forschergeist und Sinn für praktische Lösungen maßgeblich zum Gesicht und dem Erfolg des ift beigetragen.

Seit 2004 leitet er das Institut und führt gemeinsam mit Dr. Jochen Peichl die Geschäfte. In dieser Zeit haben sich die Anzahl der Mitarbeiter und der Umsatz nahezu verdreifacht. Für die nächsten Jahre will sich Prof. Sieberath für die Festigung der internationalen Positionierung des ift Rosenheim und das Coaching der Nachwuchskräfte einsetzen. Dabei wünschen wir ihm weiterhin viel Erfolg, Spaß und Gesundheit.

Einsatz für die gesamte Fensterbranche

Prof. Ulrich Sieberath wurde 1957 in Essen geboren. Sein Vater leitete ein florierendes Fensterbauunternehmen, das er später übernehmen sollte. Der Berufsweg und die Ausbildung zum Schreiner waren somit fast schon vorgegeben. Nach einer Gesellenzeit zog ihn sein Wissensdurst 1978 zum Studium der Holztechnik nach Rosenheim, dem "Mekka" der Fenstertechnik.

Nach erfolgreich erworbenem Diplom mit der Diplomarbeit "Untersuchung verschiedener lüftungstechnischer Einrichtungen ohne mechanischen Antrieb" im ift Rosenheim stand die Berufsentscheidung an: Entweder die Übernahme des elterlichen Betriebs oder Einsatz für die gesamte Fensterbranche im ift Rosenheim. Neben seiner Lust Neues zu entdecken und zu erforschen hat ihn auch die Liebe zum Verbleib in Bayern bewogen.

Vater des modernen Einbruchschutzes

HandwerkWie im ift Rosenheim üblich, übernahm auch der frisch "gebackene" Diplomingenieur Sieberath schnell Verantwortung. Er wurde Leiter der Abteilung Türen. In dieser Funktion widmete er sich von Anfang an dem neuen Themenbereich "Einbruchhemmung". Neben Vorträgen und Seminaren rund um Einbruchhemmung und Sicherheit brachte er sein Fachwissen in Normausschüssen und im "Fox-Club" ein.

Sein Forscherdrang führte zu etlichen Forschungsprojekten, die als profunde Grundlage für die ersten "Einbruchnormen" dienten. Man kann Prof. Sieberath deshalb mit gutem Gewissen auch den Vater des modernen Einbruchschutzes nennen.

In den nächsten Jahren durchlief er alle Prüfbereiche im damaligen ift Rosenheim und erwarb sich, auch durch zahlreiche Forschungsprojekte, ein sehr breites Wissens, das ihm noch heute eine ganzheitliche Bewertung und praxisorientierte Lösung von Problemen ermöglicht – sei es nun bei Fragen zu Normung und Prüfung oder auch bei der Entwicklung neuer Technologien und Produkte.

Obmann des Normenausschusses TC 33 WG1

Folgerichtig übertrug ihm der damalige Institutsleiter Prof. Josef Schmid die Aufgabe, mit der EN 14351-1 eine gänzlich neue und moderne europäische Produktnorm für Fenster und Außentüren zu entwickeln.

Als jahrelanger Obmann des Normenausschusses TC 33 WG1 setzt er sich immer noch dafür ein, dass das Performanceprinzip im Vordergrund steht. Dadurch wurde eine dynamische Entwicklung angestoßen, bei der mit neuen Konstruktionen die Leistungseigenschaften und die Qualität von Fenstern und Türen stetig verbessert wurden.

Qualität mit Augenmaß

Damit sind wir bei einem weiteren "Steckenpferd" von Prof. Sieberath: die Verbesserung der Qualität und Gebrauchstauglichkeit. 1995 übernahm er den Aufbau und die Leitung der ift-Zertifizierungstelle. Dabei wurden nicht nur baurechtliche Überwachungen organisiert, sondern auch die Zertifizierung und Überwachung von Qualitätsmanagementsystemen gemäß ISO 9001ff.

HandwerkDaneben wurden aber auch frühzeitig ift-Produktzertifizierungen entwickelt, um engagierte Hersteller bei der Verbesserung der Produktqualität zu unterstützen und diese als unabhängige Stelle zu überwachen. Diese Aktivitäten sind die Grundlage, dass Name und Logo des ift Rosenheim als Markenzeichen für zuverlässige und praxistaugliche Qualität gelten. Der "Fensterprofessor" Sieberath stand und steht seit jeher für eine Qualität mit Augenmaß, die Belange von Verbrauchern und Herstellern gleichermaßen berücksichtigt und so zu einem Qualitätsniveau führt, das auch bezahlbar ist.

Unzählige Vorträge, Gastvorlesungen und Seminare

Seit 1989 gibt er sein umfangreiches und profundes Wissen in den Fächern Materialkunde und Fenster-/Fassadentechnik auch an Studenten der Hochschule Rosenheim weiter – zunächst als Lehrbeauftragter und seit 2012 auch als Professor. Dazu kommen unzählige Vorträge, Gastvorlesungen und Seminare sowie Expertengespräche zum Thema Fenster, Fassaden, Glas Türen und Tore. Dieser rege und intensive Austausch mit Menschen aus unterschiedlichen Kulturen, beruflichem Background und Alter ist sicher ein Grund dafür, dass er sich seine frische und unvoreingenommene Sichtweise erhalten hat.

Das erlaubt ihm als langjähriges Mitglied der IHK-Prüfungskommission auch eine realistische Einschätzung der fachlichen und menschlichen Kompetenz von Aspiranten zum vereidigten Sachverständigen. Jungen Kollegen gibt er gerne praktische Tipps weiter wie: "Stelle dich dem kritischen Urteil deiner Frau!" oder "Wenn es vor dem Auftritt nicht in der Magengrube kribbelt, wird der Vortrag kein Erfolg – keine Angst, Sie machen das schon!"

ift Rosenheim stetig gewachsen

Handwerk2004 übernahmen Sieberath und Dr. Jochen Peichl als kaufmännischem Geschäftsführer die Leitung des ift Rosenheim. Als langjähriger Abteilungsleiter, Leiter der Zertifizierungsstelle und zuletzt als stellvertretender Institutsleiter war der "Fensterversteher" bestens für diese große Aufgabe vorbereitet.

Durch die Übernahme des Brandprüfgeschäftes von der LGA in Nürnberg, der konsequenten Internationalisierung und dem Aufbau weiterer Prüf- und Servicebereiche ist das ift Rosenheim stetig gewachsen und erwirtschaftet heute mit knapp 200 Vollzeitstellen über 21 Millionen Euro Umsatz. Das neue Technologiezentrum (TZ) ist als jüngstes "Kind" hinzugekommen und bietet mit seinem modernen Prüf- und Logistikkonzept für großformatige Bauelemente die Grundlage für den weiteren Ausbau des ift Rosenheim.

Offene und kreative Art

Sieberath wird nicht nur wegen seiner Erfahrung und seines Fachwissens, sondern wegen seiner offenen und kreativen Art sowie seines unerschütterlichen Optimismus von Kollegen, Kunden und in Normenkreisen geschätzt. Oft sieht man ihn bereits am Morgen durch die Labore "streifen", um sich mit den ift- Experten über neue Technologien, Fachthemen und die Probleme von Kunden auszutauschen.

Dies ist sicher einer der Gründe, warum Mitarbeiter und Kunden gerne den Rat des zweiten "Fensterpapstes" suchen und neugierig auf seine Lösungsvorschläge sind, auch wenn diese auf den ersten Blick manchmal unkonventionell erscheinen mögen.

Familie immer dabei

HandwerkAuch im privaten Bereich ist Sieberath für seine praktische, dynamische und offene Art bekannt. Seine Leidenschaft gilt der Familie und dem Sport mit Segeln, Radeln und Golf sowie "Entdeckungsreisen", die ihn auf alle Kontinente und in viele Länder geführt haben. Dabei galt sein Interesse nicht nur Land und Leuten, sondern natürlich auch der jeweiligen Gebäudetechnik – von historischen Fenstern bis zu modernen Fassadensystemen.

Dass bei Reisen und Sport die Familie dabei ist, war und ist Sieberath sehr wichtig. Seine Frau Claudia steht als selbstständige PR-Referentin mitten im Leben und ist ihm in allen Fragen eine wichtige Beraterin. Er sagt von sich selbst oft "Ich stelle mich gerne der Kritik meiner Frau und vertraue ihrer Meinung".

ift Rosenheim

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